Die Bedeutung von Pflanzen in der biblischen Zeit: Weihrauch und Co

Weihrauch, Myrrhe und Co: Die Namen dieser Pflanzen sind bekannt, aber welche Bedeutung hatten sie für die Menschen? In unserem Beitrag wollen wir uns dieser Frage einmal genauer widmen.

Das Leben der Bevölkerung in der biblischen Zeit war hauptsächlich vom Ackerbau geprägt. Dieser wurde in Israel hauptsächlich an den Stellen durchgeführt, wo eine ausreichende Bewässerung möglich war: Auf dem Territorium gerodeter Wälder und an Berghängen. In den trockenen Gebieten wurde stattdessen das Vieh gehalten. Durch die tägliche Konfrontation mit Problemen in der Landwirtschaft finden sich daher in der Bibel zahlreiche Texte wieder, die sich mit Ernte, Tierhaltung, Aussaat und Bewässerung beschäftigen.

Durch die damals begrenzten Importmöglichkeiten wurden fast ausschließlich heimische Pflanzen kultiviert. Dies waren hauptsächlich Weizenarten und Gerste, die bei geringem Pflegeaufwand einen hohen Ertrag boten und vielfältig weiterverarbeitet werden konnten. Zudem wurden in Gärten verschiedene Hülsenfrüchte angebaut, unter anderem Linsen, Bohnen und Erbsen. Dazu kamen Gewürze wie Kümmel und Koriander, aber auch Datteln, Feigen, Mandeln und Oliven.

Beim Ackerbau mussten die entsprechenden religiösen Vorschriften beachtet werden

Da die Kultur der Israeliten weitestgehend von religiösen Riten geprägt war, hielten diese auch die Vorschriften hinsichtlich des Ackerbaus ein. Dies sicherte vor allem die nachhaltige Ernährung der vielen Menschen in dem flächenmäßig kleinen Land, da auf den Feldern immer ein Teil der Ernte für die Armen zurückgelassen werden musste. Zudem sollte der zehnte Teil an den Tempel in Jerusalem abgegeben werden: Dies diente nicht nur der Ernährung der Priester, sondern sicherte auch die Lieferung für Festtage und das rituelle Räucherwerk, zum Beispiel in Form von Weihrauch. Außerdem durfte alle sieben Jahre auf bestimmten Feldern keine Aussaat stattfinden, damit der Boden sich erholen konnte.